In der Kneipe gibt es keine Tische, sondern einen Tresen. Wer bestellt, bekommt einen Deckel; wer nachbestellt, bekommt einen Strich; wer geht, legt den Deckel hin und zahlt. Genau dieser Ablauf steckt jetzt in der Kasse: Die offene Rechnung läuft auf einen Namen statt auf einen Tisch — und alles andere (Thekenbon, Splitten, Kassieren, Steuer) funktioniert wie gewohnt.
Der Deckel funktioniert ohne Internet und ohne WLAN. Eröffnen, buchen, suchen, Zettel drucken, scannen und kassieren laufen vollständig auf der Kasse. Eine Verbindung braucht nur, was zu einem zweiten Gerät geht: Kellner-Tablet, Netzwerkdrucker, Kundendisplay oder die Ansicht auf dem Handy des Gastes.
Funktion einschalten
Öffnen Sie Einstellungen → Unternehmen → Betriebsmodus und aktivieren Sie den Schalter „Bierdeckel“. Direkt darunter erscheint „Zettel beim Eröffnen drucken“ — ab Werk eingeschaltet. Beide Einstellungen lassen sich auch zentral über das Kundencenter setzen, damit eine Kette sie nicht an jedem Tresen einzeln umlegen muss.
Der Schalter „Bierdeckel“ im Betriebsmodus. Der Zettel-Druck erscheint erst, wenn Deckel aktiv sind.
Keine Tischverwaltung nötig. Der Deckel braucht weder Tischplan noch gepflegte Tische. Wer beides nutzt, kann es parallel betreiben — Deckel und Tische stören sich nicht.
Deckel eröffnen
Im Verkaufsbildschirm öffnen Sie das Kassenverwaltungs-Menü (☰) und tippen auf „Bierdeckel“. Der Eintrag zeigt gleich, wie viele Deckel gerade offen sind. Auf der Deckel-Wand tippen Sie unten rechts auf „Neuer Deckel“ und geben den Namen oder Spitznamen des Gastes ein.
Einstieg über das Kassenverwaltungs-Menü — mit Anzahl der offenen Deckel.
Die Deckel-Wand zeigt alle offenen Deckel als Kacheln. Name und Betrag sind das Größte darauf, weil danach gesucht wird; die Zeitangabe daneben beantwortet die dritte Frage — wie lange hat dieser Gast nichts mehr bestellt?
Die Deckel-Wand: Name, Betrag und wie lange nichts mehr gebucht wurde.
Buchen — ein Tipp pro Bier
Tippen Sie einen Deckel an: Er öffnet sich als Feld über der Wand, nicht auf einem eigenen Bildschirm — am Tresen kostet jeder Bildschirmwechsel Zeit. Unter „Trinkt heute“ stehen die Getränke, die schon auf diesem Deckel stehen, jeweils mit Preis. Beim Stammgast ist die richtige Taste damit die erste.
Der geöffnete Deckel liegt über der Wand. Auf den Tasten steht der Preis — am Tresen wird nach Preis gebucht, nicht nach Sorte.
Der Deckel bleibt offen. Nach einer Buchung klappt nichts zu: Vier Bier sind vier Tipps, nicht sechzehn.
Die Tasten springen nicht. Ihre Reihenfolge steht fest, solange der Deckel offen ist — sonst würde der zweite Tipp auf dieselbe Stelle etwas anderes buchen.
Steht das Gewünschte nicht unter den Schnelltasten, buchen Sie es wie gewohnt über den Artikelbereich. Mehrfach gebuchte Getränke werden zu einer Position mit Menge zusammengefasst, damit der Deckel eines langen Abends übersichtlich bleibt.
Wenn zwei Gäste gleich heißen
Ein Name, den es schon gibt, wird abgelehnt — und die Kasse zeigt den bestehenden Deckel mit seinem Betrag. Das hat einen praktischen Grund: Sehr oft ist es derselbe Gast, der einen zweiten Deckel bekommen soll, obwohl er schon einen hat. Dann tippen Sie einfach auf „Diesen Deckel öffnen“.
Groß- und Kleinschreibung zählen nicht als Unterschied: „kalle“ trifft „Kalle“.
Ist es wirklich ein anderer Gast, vergeben Sie einen unterscheidbaren Namen — Nachname, Spitzname, ein Erkennungszeichen. Eine automatische Nummerierung („Micha 1“, „Micha 2“) gibt es bewusst nicht: Am Tresen fragt niemand „bist du Micha zwei oder drei“. Die Entscheidung trifft der Mensch, der den Gast vor sich hat.
Der Zettel als Ausweis
Beim Eröffnen druckt der Bondrucker einen kleinen Zettel: Name groß, darunter ein QR-Code. Der Gast steckt ihn ein wie den Pappdeckel und legt ihn beim Zahlen hin — Sie scannen statt zu suchen, und der Deckel öffnet sich sofort mit allem darauf.
Der Zettel löst nebenbei etwas, das kein Bildschirm löst: Der Gast sieht, unter welchem Namen er läuft. Wer als „Kalle“ gebucht wurde, aber „Karl-Heinz“ gesagt hat, merkt es sofort — und nicht erst beim Abrechnen.
Abschaltbar. Wo der Zapfer jeden Gast kennt, ist der Zettel nur Papierverbrauch — dann schalten Sie ihn im Betriebsmodus aus. Die Deckel-Wand funktioniert unabhängig davon.
Der Zettel ist kein Beleg. Kein Steuerausweis, kein Betrag, keine Signatur — und ein sichtbarer Hinweis „Kein Beleg“ darauf. Ein Zwischenstand darf nicht wie eine Rechnung aussehen. Der Kassenbeleg entsteht erst beim Bezahlen.
Der Scan an der Theke läuft vollständig auf der Kasse — er funktioniert auch dann, wenn Internet und WLAN gleichzeitig ausfallen. Und ein gescannter Artikel-Barcode kann nie versehentlich einen Deckel öffnen: Deckel-Codes sind eindeutig gekennzeichnet.
Kassieren
Öffnen Sie den Deckel — über die Wand, die Suche oder den Scan — und tippen Sie auf „Kassieren“. Alles, was daraufsteht, landet im Warenkorb, und der Verkauf läuft wie jeder andere weiter: Zahlungsart wählen, Trinkgeld, Splitzahlung, Beleg drucken. Auch die TSE-Signatur entsteht genau hier — wie bei jedem anderen Verkauf an dieser Kasse.
Getrennt zahlen, zusammenlegen oder einzelne Positionen abrechnen funktioniert genauso wie beim Tisch, weil der Deckel technisch dieselbe offene Rechnung ist.
„Schreib an, ich zahl Freitag“
Dann bleibt der Deckel einfach offen. Es entsteht keine Forderung, kein zweiter Vorgang, keine Statusänderung. Am nächsten Abend steht er wieder da — sichtbar getrennt unter „Angeschrieben“, damit er die Arbeitsfläche nicht verstopft.
Das ist bewusst so gelöst: Der offene Deckel ist die Erinnerung. Er steht jeden Abend auf der Wand, und wenn der Gast zur Tür hereinkommt, sehen Sie ihn sofort. Ein abgeschlossener Vorgang würde dagegen aus dem Blick verschwinden.
Der Tag endet, wenn der Laden schließt. Die Trennung zwischen „heute“ und „angeschrieben“ richtet sich nach Ihren eingetragenen Öffnungszeiten — in einer Kneipe, die um zwei Uhr zumacht, gehört der Deckel von ein Uhr noch zu gestern Abend.
Feierabend: Der Kassenabschluss zeigt, was offen ist
Beim Z-Bon meldet die Kasse offene Deckel — auf dem Bildschirm und auf dem gedruckten Bon. Getrennt nach zwei Sorten, weil sie zwei verschiedene Dinge bedeuten:
- „Von heute“ — das gehört kassiert. Der Gast steht wahrscheinlich noch im Laden, oder jemand hat schlicht vergessen abzurechnen.
- „Angeschrieben“ — gewollt offen. Das hält den Abschluss nicht auf und erscheint nur als ruhige Zeile.
Ein Abschluss, der offene Deckel verschweigt, macht den Fehlbetrag erst am nächsten Tag sichtbar — dann, wenn niemand mehr weiß, wer was getrunken hat.
Es ist eine Auskunft, keine Sperre. Sie können den Abschluss trotzdem machen. Ein Buchungsstopp am Feierabend führt erfahrungsgemäß nur dazu, dass Deckel hastig „irgendwie“ abgerechnet werden — und das ist schlechter als ein Hinweis.
Am Kellner-Gerät
Wer mit Kellner-Geräten arbeitet, findet die Deckel dort als Liste mit Suchfeld — auf einem Handheld passen mehr Zeilen auf den Schirm als Kacheln. Ein Tipp auf den Namen öffnet den Deckel, ab da ist es der gewohnte Bestellweg.
Das ist keine zweite Bedienung, die man extra lernen müsste: Splitten, Storno, Trinkgeld und die Belegkette gelten dort genauso wie am Tisch. Auch das Eröffnen geht vom Gerät aus.
Die Namensprüfung macht immer die Hauptkasse. Legen zwei Kellner gleichzeitig „Kalle“ an, bekommt der zweite den bestehenden Deckel angezeigt statt eines Doppels — unabhängig davon, an welchem Gerät er steht.
Voraussetzung: Kellner-Geräte brauchen WLAN in allen bedienten Räumen — auch im Biergarten und im Nebenzimmer. Das ist eine Betriebsvoraussetzung, die keine Software ausgleichen kann. Die Kasse selbst arbeitet ohne Netz weiter.
Steuerliche Einordnung
Ein offener Deckel ist kein abgeschlossener Geschäftsvorfall — genauso wenig wie ein offener Tisch im Restaurant. Es ist keine Zahlung geflossen und kein Beleg entstanden. Erst das Kassieren erzeugt Umsatz, Beleg und TSE-Signatur nach § 146a AO.
Solange Sie nach vereinnahmten Entgelten versteuern (§ 20 UStG — in der Gastronomie der Regelfall), ist auch das Anschreiben unauffällig: Die Umsatzsteuer entsteht mit der Zahlung, also genau dann, wenn der Deckel kassiert wird.
Zahlt ein Gast nicht, braucht es einen dokumentierten Weg — entweder als Forderung auf einen Kunden buchen oder mit einem Storno-Grund abschließen. Ein einfach gelöschter Deckel wäre ein Kassenfehlbetrag ohne Erklärung. Wer nach vereinbarten Entgelten versteuert, sollte langfristig offene Deckel mit dem Steuerberater besprechen.
Was welche Verbindung braucht
Damit von vornherein klar ist, was wovon abhängt:
| Funktion | Internet | WLAN im Haus | Ohne beides |
|---|---|---|---|
| Deckel eröffnen, buchen, suchen, kassieren | – | – | läuft |
| Zettel drucken, Deckel scannen | – | – | läuft |
| Kassieren, Beleg, TSE-Signatur | – | – | läuft |
| Küchen-/Thekenbon auf Netzwerkdrucker | – | nötig | – |
| Kellner-Gerät: bestellen und kassieren | – | nötig | – |
| Deckel auf dem Handy des Gastes | einer der beiden Wege | – | |
Die TSE liegt in der Cloud. Fällt das Internet aus, wird der Beleg als Ausfall gekennzeichnet und automatisch nachsigniert, sobald die Verbindung zurück ist — kassiert wird durchgehend weiter.
Wer Kellner-Geräte einsetzt, braucht WLAN in allen Räumen, in denen bedient wird — Schankraum, Nebenzimmer, Terrasse, Biergarten. Ein Funkloch am hintersten Tisch bedeutet, dass die Bestellung wartet, bis der Kellner wieder in Reichweite ist. Ein Repeater dorthin, wo bedient wird, erledigt das einmalig — und dann für alles Weitere.
Häufige Fragen
Brauche ich dafür eine Tischverwaltung?
Nein. Der Deckel läuft auf einen Namen, nicht auf einen Tisch. Sie brauchen weder Tischplan noch gepflegte Tische — der Einstieg liegt direkt im Kassenverwaltungs-Menü.
Kann ich Deckel in Bereiche einteilen?
Ja — Tresen, Raucherecke, Terrasse. Die Wand lässt sich danach filtern. Legen Sie keine Bereiche an, bleibt die Wand einfach eine Liste; der Bereich wird dann gar nicht erst angezeigt.
Steht der Gastname auf dem Thekenbon?
Ja, in großer Schrift — sonst wüsste der Zapfer nicht, wem das Pils gehört. Auf dem Bon eines Deckels steht der Name des Gastes statt einer Tischnummer.
Kann ich ein Limit pro Deckel setzen?
Optional. Wer eines setzt, bekommt ab dieser Grenze einen farblichen Hinweis auf der Kachel — kein Verbot und kein Buchungsstopp, sondern eine Erinnerung, zwischendurch abzukassieren. Ohne gesetztes Limit bleibt die Funktion unsichtbar.
Sieht der Gast seinen Deckel auf dem Handy?
Das ist als Erweiterung vorgesehen und lässt sich wahlweise über das Internet oder direkt über Ihr Haus-WLAN ausliefern — gerade weil viele Gaststätten im Schankraum keinen Empfang haben. Fällt der eingestellte Weg aus, wird der andere genommen; fällt beides aus, bleibt der Zettel als Erkennungszeichen.