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Wiegeartikel anlegen

Ware nach Gewicht verkaufen — an der Selbstbedienungs-Kasse und an der bedienten Kasse.

Tomaten, Käse, Hackfleisch, Waschmittel aus dem Spender: Ware, die nicht in Stück, sondern in Kilo oder Liter über die Theke geht. In BISpicy POS ist das ein ganz normaler Artikel — mit einer Besonderheit: Sein Preis gilt für ein Kilo, nicht für ein Stück, und die Kasse darf Kommamengen buchen.

Vorab, damit niemand Kabel sucht: An die Kasse wird keine Waage angeschlossen. Entweder wird die Menge von der Waage abgelesen und eingetippt, oder die Waage druckt ein Etikett, in dessen Barcode Preis oder Gewicht steckt — das liest die Kasse ein.

Drei Wege — welcher passt zu Ihrem Laden?

Alle drei nutzen denselben Artikel. Sie unterscheiden sich nur darin, wer die Menge erfasst.

Der Kunde wiegt selbst

Selbstbedienungs-Kasse: Knopf Lose Ware wiegen, Artikel auswählen, Menge von der Waage eintippen. Für Hofladen, Vereinsheim, unbeaufsichtigte Kassen.

Die Waage druckt ein Etikett

Metzgerei, Obst und Gemüse: Jedes Paket trägt einen eigenen Barcode mit Preis oder Gewicht. Funktioniert an beiden Kassenarten.

Das Personal tippt die Menge

Bediente Kasse: Artikel antippen, im Dialog Anzahl eingeben die Kilos mit Komma erfassen.

Abgrenzung zur Preiseingabe: Steht der Betrag fest (Blumenstrauss, Reparatur), nehmen Sie die Preiseingabe beim Kassieren. Steht die Menge fest und der Betrag ergibt sich daraus, ist der Wiegeartikel richtig — dann bleiben Kilopreis, Grundpreis-Anzeige und die Artikelstatistik erhalten.

Artikel anlegen (3 Minuten)

Beispiel für die ganze Seite: Tomaten lose zu 3,90 € je Kilo.

1Artikel anlegen — in BIS ERP oder in der Kasse

Wer die Warenwirtschaft BIS ERP nutzt, pflegt dort: Artikel → Artikel anlegen. Von dort wandern Preis, Einheit und Grundpreis in jede angeschlossene Kasse. Betriebe ohne Warenwirtschaft legen den Artikel direkt in der Kasse an: Artikel → Artikel hinzufügen.

2Preis je Kilo eintragen

In das Preisfeld kommt der Kilopreis — also 3,90 €, nicht der Preis eines einzelnen Stücks. Die Kasse rechnet später Menge mal Preis.

Das ist die häufigste Verwechslung: Wer hier den Stückpreis einträgt und darunter „kg" wählt, verkauft ein ganzes Kilo zum Stückpreis.
3Einheit und Grundpreis setzen

Im Abschnitt Lager & Einheiten: Einheit kg wählen, Grundpreis anzeigen einschalten, Inhalt/Menge auf 1 und Maßeinheit auf kg. Die Bezugseinheit setzt die Kasse daraus selbst — sie meldet das mit „Automatisch gesetzt: 1.0 kg".

Artikelmaske der Kasse mit Einheit kg, eingeschaltetem Grundpreis und Inhalt 1 kg
Der Artikel in der Kasse: Einheit kg, Grundpreis an, Inhalt 1 kg — die Bezugseinheit wird automatisch gesetzt.

In BIS ERP steht dieselbe Angabe im Reiter Preise unter Grundpreis / Inhalt:

BIS ERP, Reiter Preise: Grundpreis ausweisen aktiviert, Inhalt 1, Maßeinheit kg
BIS ERP, Reiter „Preise": Grundpreis ausweisen, Inhalt 1, Maßeinheit kg.
4Teilmengen erlauben

Damit 1,240 kg überhaupt buchbar sind, muss Stückzahl teilbar aktiv sein. Bei Gewichts- und Volumeneinheiten setzt die Kasse den Haken beim Speichern selbst; in BIS ERP finden Sie ihn im Reiter Lager unter Bestandsführung.

BIS ERP, Reiter Lager: Haken bei Stückzahl teilbar, Teilmengen erlauben
BIS ERP, Reiter „Lager": „Stückzahl teilbar" erlaubt Teilmengen wie 0,5 kg.
Fertig. Mehr braucht ein Wiegeartikel nicht — kein eigener Artikeltyp, keine Zusatzlizenz.
Wenn Sie Kasse und BIS ERP einsetzen: Ein in der Kasse angelegter Artikel meldet nach oben nur, dass er teilbar ist — Inhalt und Maßeinheit wandern nicht mit. Tragen Sie beides in BIS ERP nach, sonst fehlt die Bezugseinheit dort, und eine frisch eingerichtete zweite Kasse bekommt den Artikel ohne Kilobezug.

An der Selbstbedienungs-Kasse

Die Selbstbedienungs-Ansicht schalten Sie unter Einstellungen → Unternehmen → Betriebsmodus ein. Zurück in die normale Kasse kommt man nur mit Mitarbeiter-PIN — das ist gewollt, sonst schaltet die Kundschaft den Modus selbst ab.

Kassen-Einstellungen: Schalter für unbeaufsichtigten Betrieb und Selbstbedienungs-Kasse
Einstellungen → Unternehmen → Betriebsmodus: hier wird die Selbstbedienungs-Kasse eingeschaltet.

Der Kunde tippt dann auf Lose Ware wiegen:

Startbild der Selbstbedienungs-Kasse mit den Knöpfen Lose Ware wiegen und Nummer eingeben
Startbild der SB-Kasse: neben dem Scanner die Knöpfe „Lose Ware wiegen" und „Nummer eingeben".

Die Kasse fragt zuerst, was gewogen wurde. In dieser Liste stehen genau die Artikel, die teilbar sind und eine Bezugseinheit haben — jeweils mit ihrem Kilopreis:

Auswahl der losen Ware an der SB-Kasse: Tomaten lose mit 3,90 Euro je Kilogramm
„Welche Ware haben Sie gewogen?" — die Liste zeigt Name und Preis je Kilo.

Danach kommt die Menge — abgelesen von der Waage, eingetippt in Kilo. Der Betrag rechnet live mit und steht gross über dem Knopf, bevor irgendetwas im Warenkorb landet:

Mengeneingabe an der SB-Kasse: 1,240 kg ergeben 4,84 Euro
1,240 kg × 3,90 €/kg = 4,84 € — der Preis steht vor dem Bestätigen da, nicht danach.

Im Warenkorb steht die Position mit Menge, Kilopreis und Betrag — nachvollziehbar für die Kundschaft und für jede spätere Prüfung:

Warenkorb der SB-Kasse mit der Position Tomaten lose, 1,240 kg mal 3,90 Euro je Kilogramm
Die fertige Position: „1,240 kg × 3,90 €/kg — 4,84 €".
Grenzen der Eingabe: Die Kasse nimmt höchstens 999 und rechnet auf drei Nachkommastellen — grammgenau. 0 wird abgelehnt, denn eine Position über 0,000 kg zu 0,00 € liesse sich später niemandem erklären.

An der bedienten Kasse

Hier gibt es keinen eigenen Wiege-Knopf und keine Artikelauswahl — das Personal kennt den Artikel. Artikel antippen oder scannen, dann die Menge im Dialog Anzahl eingeben mit Komma erfassen:

Dialog Anzahl eingeben an der bedienten Kasse mit der Menge 1,24 und Komma-Taste
Die Komma-Taste erscheint nur bei teilbaren Artikeln — sonst gibt es nur ganze Stück.
Der Warenkorb überlebt den Wechsel. Kommt der Kunde an der SB-Kasse nicht weiter, schaltet das Personal per PIN in die bediente Ansicht — derselbe Warenkorb, dieselbe Position, weiterarbeiten statt neu anfangen.

Waagen-Etiketten einlesen

Druckt Ihre Waage selbst Etiketten, trägt jedes Paket einen anderen Barcode — der Preis oder das Gewicht steckt mit drin. Die normale Barcode-Suche findet so einen Code nie und würde ihn als unbekannten Artikel abweisen. Deshalb gibt es dafür einen eigenen Schalter: Einstellungen → Unternehmen → Betriebsmodus → Preiscodierte Waagen-Etiketten.

Einstellungen für preiscodierte Waagen-Etiketten mit Präfixen, Stellenzahl und Wertart
Aufbau des Etiketts einstellen: Präfixe, Stellen für Artikelnummer und Wert, Prüfziffer, Bedeutung des Werts.

Ein typischer EAN-13-Aufbau sieht so aus:

28 Präfix  ·  12345 Artikelnummer (5 Stellen)  ·  00499 Wert (5 Stellen) = 4,99 €  ·  C Prüfziffer der EAN
  • Präfixe: GS1 hält 20–29 für den internen Gebrauch frei. Tragen Sie ein, welche Ihre Waage benutzt.
  • Stellen Artikelnummer / Stellen Wert: müssen zum Druckbild Ihrer Waage passen. Die Kasse zählt mit und meldet, wenn das Schema nicht in 13 Stellen passt.
  • Eigene Prüfziffer für den Wert: Manche Waagen setzen zwischen Artikelnummer und Wert noch eine Prüfziffer. Wird sie mitgelesen, ist der Betrag zehnmal zu hoch — dafür gibt es den eigenen Schalter.
  • Was der Wert enthält: Endpreis in Cent übernimmt die Kasse unverändert. Gewicht in Gramm rechnet sie mit dem Kilopreis des Artikels — dann muss der Artikel wie oben eingerichtet sein.
Wie findet die Kasse den Artikel? Über die Nummer aus dem Etikett — geprüft wird zuerst die Artikelnummer, dann der Barcode. Hinterlegen Sie die Waagen-Nummer also an einer der beiden Stellen, führende Nullen genau wie auf dem Etikett.
Die Prüfziffer wird geprüft, nicht geglaubt. Ein Lesefehler in der Wertstelle würde aus 4,99 € stillschweigend 49,90 € machen. Ohne gültige Prüfziffer nimmt die Kasse das Etikett nicht an — ein abgewiesener Scan ist besser als ein falscher Preis.

Wenn es nicht klappt

Was Sie sehenWoran es liegt
„An dieser Kasse ist keine lose Ware eingerichtet." Kein Artikel erfüllt beide Bedingungen. Prüfen Sie Stückzahl teilbar und die Maßeinheit im Grundpreis-Abschnitt.
Der Artikel fehlt in der Wiegeliste, andere stehen drin Meist fehlt genau die Bezugseinheit. Sie entsteht erst, wenn Grundpreis anzeigen an ist und Inhalt sowie Maßeinheit gefüllt sind.
Der Betrag ist viel zu niedrig oder zu hoch Im Artikel steht ein Stückpreis statt des Kilopreises — oder umgekehrt bei Ware, die weiterhin in Stück verkauft wird.
„Waagen-Etikett gelesen, aber Artikel … ist nicht angelegt." Das Etikett war gültig, die Nummer daraus kennt die Kasse aber nicht. Artikelnummer oder Barcode entsprechend anlegen.
Etiketten werden gar nicht erkannt Schema passt nicht: Präfix, Stellenzahl oder Wertart weichen ab. Nehmen Sie ein gedrucktes Etikett und zählen Sie die Stellen ab.
Jeder Betrag ist zehnmal zu hoch Ihre Waage druckt eine eigene Prüfziffer vor dem Wert. Den entsprechenden Schalter einschalten.
Keine Komma-Taste an der bedienten Kasse Der Artikel ist nicht als teilbar markiert.

Häufige Fragen

Nein, an die Kasse wird keine Waage angeschlossen. Es gibt zwei Wege: Der Kunde oder das Personal liest das Gewicht von der Waage ab und tippt es ein, oder die Waage druckt ein Etikett mit Preis beziehungsweise Gewicht im Barcode, das die Kasse einliest.

Die Liste zeigt nur Artikel, die beides haben: den Haken „Stückzahl teilbar" und eine Grundpreis-Bezugseinheit wie kg oder l. Fehlt eines davon, bleibt der Artikel aussen vor, weil sich aus einer Menge sonst kein Betrag berechnen lässt.

Der Preis je Bezugseinheit, also der Kilopreis. Die Kasse rechnet Menge mal Preis: 1,240 kg mal 3,90 Euro ergeben 4,84 Euro. Wer versehentlich einen Stückpreis einträgt, verkauft das ganze Kilo zu diesem Betrag.

Bis zu drei Nachkommastellen, also grammgenau, und höchstens 999 Einheiten. Die Null wird abgelehnt: Eine Position über 0,000 kg zu 0,00 Euro wäre auf dem Bon nicht erklärbar.

Für preiscodierte Etiketten gibt es kein einheitliches Schema — GS1 überlässt den Aufbau dem Anwender. Präfix, Stellenzahl für Artikelnummer und Wert sowie die Angabe, ob der Wert ein Preis in Cent oder ein Gewicht in Gramm ist, müssen genau zu dem passen, was Ihre Waage druckt. Stimmt eine Angabe nicht, wird kein einziges Etikett erkannt.

Das Etikett war gültig und die Kasse hat die Artikelnummer daraus gelesen — es gibt in der Kasse aber keinen Artikel mit dieser Nummer. Legen Sie den Artikel mit genau der Nummer an, die in der Waage hinterlegt ist, entweder als Artikelnummer oder als Barcode.

Ja. An der bedienten Kasse tippen Sie den Artikel an und geben im Dialog „Anzahl eingeben" die Menge mit Komma ein. Die Wiegemaske mit der Artikelauswahl gibt es nur im Selbstbedienungs-Modus, weil dort niemand am Warenkorb steht.

Wer BIS ERP nutzt, pflegt dort: Von dort wandern Preis, Einheit, Grundpreis und Teilbarkeit in jede angeschlossene Kasse. Betriebe ohne Warenwirtschaft legen den Artikel direkt in der Kasse an. Achtung: Ein in der Kasse angelegter Artikel überträgt die Grundpreis-Angaben nicht nach oben — tragen Sie Inhalt und Maßeinheit in BIS ERP nach, wenn Sie beides einsetzen.

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