ZVT-Protokoll – Standard zur Kartenterminal-Anbindung

Der deutsche Industriestandard, mit dem fast jedes EC-Kartenterminal an die Kasse spricht.

Kurz-Definition

Das ZVT-Protokoll (ZVT = Zahlungsverkehrsterminal, oft auch als „ZVT 700" bezeichnet) ist der deutsche Industriestandard für die Kommunikation zwischen Kassensystem und EC-Kartenterminal. Es wurde vom EHI Retail Institute zusammen mit dem damaligen ZKA (heute Deutsche Kreditwirtschaft) definiert und ist seit den 1990er-Jahren in Verwendung. Aktuelle Version: ZVT 700 (2010, mit Erweiterungen). Standardport bei TCP/IP-Verbindung: 20007.

Was ZVT macht

Das Kassensystem schickt dem Terminal Befehle wie:

  • Kartenzahlung starten mit Betrag X
  • Storno einer früheren Transaktion
  • Tagesabschluss auf dem Terminal
  • Diagnose / Verbindungstest
  • Anmeldung bei Inbetriebnahme

Das Terminal antwortet mit Status-Meldungen (z.B. „Karte einstecken", „PIN bestätigt", „Zahlung erfolgreich") und nach Abschluss mit den Daten für den Beleg (Kartennummer maskiert, Belegnummer, AID, etc.).

ZVT-Versionen

  • ZVT 600 (1996): erste weit verbreitete Version
  • ZVT 700 (2010): aktuelle Version, kompatibel mit ZVT 600 (Erweiterungen abwärtskompatibel)
  • ZVT 800 (in Planung): noch nicht produktiv eingesetzt

Die meisten Terminals heute beherrschen mindestens ZVT 700. BISpicy POS unterstützt beide.

ZVT vs. OPI: der Unterschied

MerkmalZVTOPI
HerkunftDeutschland (EHI/ZKA)international (Open Payment Initiative)
Hauptnutzerfast alle DE-NetzbetreiberSparkassen, Volksbanken, internationale Player
Standard-Port2000720002 (Service), 20007 (Event)
Datenformatbinär, kompaktXML, lesbar
Verbindungseriell oder TCP/IPnur TCP/IP
Verschlüsselungoptional (TLS)optional (TLS)

Manche Terminals (insbesondere CCV Fly, Sparkassen-Geräte) sprechen beide Protokolle. In den Terminal-Einstellungen kann gewählt werden – BISpicy POS unterstützt beide nativ.

Häufige Probleme bei ZVT-Anbindung

  • Falsche IP / falscher Port: Terminal hat in der Kasse eine andere IP eingetragen als die tatsächliche. Lösung: ipconfig auf dem Terminal prüfen.
  • Firewall blockiert: Bei manchen Routern muss Port 20007 explizit freigegeben werden, besonders bei AVM Fritz!Box mit aktivierter Geräteisolation.
  • Statische IP fehlt: Wenn das Terminal per DHCP eine neue IP bekommt, antwortet es nicht mehr unter der alten. Lösung: feste IP einstellen.
  • ZVT nicht aktiviert: Bei manchen Terminals muss ZVT erst durch den Netzbetreiber freigeschaltet werden – das ist kein App-Problem, sondern eine Konfigurationsfrage am Terminal selbst.
  • Händlerpasswort: Manche Befehle (Tagesabschluss, Diagnose) erfordern ein 6-stelliges Händlerpasswort – meist „000000" oder leer, sonst beim Netzbetreiber erfragen.

Kompatible Terminals

BISpicy POS unterstützt ZVT-fähige Terminals diverser Hersteller. Beispiele:

  • Ingenico Move/2500, Move/5000, Desk/5000, Lane/3000, Lane/5000
  • Verifone V200c, V400c, V200t
  • CCV Fly A77, Base Next, Fly Next, Pad Next, Mobile Premium
  • PAYONE Desk/5000 (auf Ingenico-Basis)
  • Diverse Handelsterminals der Sparkassen, VR-Banken und unabhängiger Netzbetreiber

ZVT in BISpicy POS

Wenn Sie unter Einstellungen → EC-Kartenterminal ein neues Terminal anlegen, können Sie zwischen vier Marken wählen: PAYONE, ZVT generisch, OPI oder CCV/VR Payment. Das ZVT-Profil setzt automatisch Port 20007 und alle Standardparameter. Nach dem Speichern testet die App die Verbindung mit einem ZVT-Diagnose-Befehl. Der erste Verkauf läuft danach mit einem Knopfdruck.

Verwandte Begriffe: Kartenterminal-Doku · Alle Begriffe

Stand: April 2026. ZVT 700 ist der gemeinsame Standard der EHI/Deutsche Kreditwirtschaft. Diese Erklärung ist eine vereinfachte Übersicht; technische Details siehe ZVT-Spezifikation.