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Vorlage: Verfahrensdokumentation der Kassenführung

Kostenlos, ohne Anmeldung und für jede Kasse: sechs Teile nach den GoBD, je mit Ausfüllhinweis, Platzhaltern und Beispiel. Ausdrucken oder als PDF speichern, ausfüllen, von der Steuerberatung gegenlesen lassen.

So nutzen Sie die Vorlage

  1. Drucken Sie die Seite aus oder wählen Sie im Druckdialog „Als PDF speichern“. Navigation und diese Hinweise erscheinen nicht im Ausdruck. Zum Bearbeiten am Rechner markieren Sie den Text der Vorlage und fügen ihn in Ihr Textprogramm ein.
  2. Ersetzen Sie jeden Platzhalter in eckigen Klammern [ … ] durch Ihre Angaben. Die kursiven Ausfüllhinweise und die Beispiele streichen Sie danach.
  3. Beschreiben Sie, wie in Ihrem Betrieb tatsächlich gearbeitet wird. Was Ihre Kasse schon dokumentiert – Handbuch, TSE-Angaben, Exporte –, führen Sie als Anlage auf, statt es abzuschreiben.
  4. Lassen Sie das Ergebnis von Ihrer Steuerberatung gegenlesen, und schreiben Sie es bei jeder Änderung fort.
Ausfüllhilfe mit Erläuterungen

Die Vorlage ist eine Arbeitshilfe und keine Steuerberatung. Ob Ihre Dokumentation zu Ihrem Betrieb passt, klärt am besten Ihre Steuerberaterin oder Ihr Steuerberater.

Verfahrensdokumentation der Kassenführung

Gliederung nach den GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025, Rz. 151 ff.): allgemeine Beschreibung, Anwenderdokumentation, technische Systemdokumentation und Betriebsdokumentation, dazu das interne Kontrollsystem (Rz. 100 ff.) und das Änderungsprotokoll.

Betrieb[Firma, Rechtsform, Anschrift]
Steuernummer[ … ]
Fassung[Nummer, z. B. 1.0]
Gültig ab[Datum]
Erstellt von[Name, Funktion]
Freigegeben von, am[Name, Datum, Unterschrift]

1. Allgemeine Beschreibung

Ausfüllhinweis: Drei bis zehn Sätze genügen. Dieser Teil gibt den Rahmen: wer Sie sind, was Sie verkaufen, wo und mit wie vielen Kassen, wer verantwortlich ist.

1.1 Unternehmen und Tätigkeit

[Firma, Inhaberin oder Inhaber, Branche, was verkauft wird, Kundschaft: Laufkundschaft, Stammkunden, Firmenkunden]

1.2 Betriebsstätten und Kassen im Überblick

[Standorte mit Anschrift, Anzahl der Kassen je Standort, seit wann elektronisch kassiert wird]

1.3 Verantwortlichkeiten

[Wer für die Kasse, die Kassenabschlüsse und diese Dokumentation verantwortlich ist; Vertretung]

1.4 Aufbewahrung dieser Dokumentation

[Wo die gültige und die früheren Fassungen liegen, z. B. Ordner „Kasse“ im Büro oder digitales Archiv]

Beispiel: Café Muster, Inhaberin Anna Muster, Hauptstraße 1, 12345 Musterstadt. Verkauf von Backwaren und Heißgetränken an Laufkundschaft, vor Ort und zum Mitnehmen. Eine elektronische Kasse im Verkaufsraum seit 01.03.2026. Verantwortlich für Kasse, Abschlüsse und diese Dokumentation: Anna Muster; Vertretung: Max Beispiel (Schichtleitung).

2. Anwenderdokumentation: Abläufe an der Kasse

Ausfüllhinweis: Das Herzstück. Beschreiben Sie je Vorgang in Stichpunkten, wie tatsächlich gearbeitet wird und wer es tun darf. Die Bedienungsanleitung des Herstellers führen Sie als Anlage auf.

2.1 Kassenöffnung

[Wann und von wem die Kasse geöffnet wird; Anfangsbestand (Wechselgeld) und wie er festgestellt wird]

2.2 Verkauf und Zahlungsarten

[Ablauf eines normalen Verkaufs; angenommene Zahlungsarten wie bar, Karte, Gutschein, Rechnung; wie Kartenzahlungen erfasst werden]

2.3 Belegausgabe

[Wie der Beleg ausgegeben wird: Papier oder digital, etwa per QR-Code oder E-Mail; was gilt, wenn der Kunde keinen Beleg möchte]

2.4 Storno, Rückgabe, Rabatt

[Wie Fehleingaben, Stornos nach Bonabschluss, Rückgaben und Rabatte gebucht werden; wer das darf; ob ein Grund erfasst wird]

2.5 Einlagen, Entnahmen, Trinkgeld

[Wie Geldbewegungen ohne Verkauf erfasst werden: Wechselgeld-Einlage, Bankeinzahlung, Privatentnahme, Auszahlungen; Umgang mit Trinkgeld]

2.6 Trainingsmodus

[Ob ein Schulungs- oder Trainingsmodus genutzt wird, wer ihn einschalten darf und woran Trainingsbuchungen erkennbar sind; sonst: „wird nicht genutzt“]

2.7 Kassenabschluss

[Wann und von wem abgeschlossen wird; Zählung des Bargelds; Tagesabschluss (Z-Bon); Umgang mit Kassendifferenzen; Weg des Bargelds zur Bank]

Beispiel zu 2.7: Abschluss täglich nach Ladenschluss durch die Schichtleitung: Bargeld nach Scheinen und Münzen zählen, Zählung in der Kasse erfassen, Tagesabschluss (Z-Bon) erstellen. Eine Differenz über 5 € meldet die Schichtleitung am selben Tag der Inhaberin, der Grund wird auf dem Ausdruck des Z-Bons vermerkt. Was über 150 € Wechselgeld hinausgeht, kommt am nächsten Werktag zur Bank.

3. Technische Systemdokumentation

Ausfüllhinweis: Je Kasse eine Zeile. Seriennummern und TSE-Angaben stehen meist in den Einstellungen der Kasse und auf jedem Beleg. Die technische Beschreibung des Herstellers führen Sie als Anlage auf, statt sie abzuschreiben.

3.1 Kassen und TSE

KasseGerät und Software (Version)Seriennummer der KasseTSE (Art, Anbieter, Seriennummer)In Betrieb seit, bis
[Kasse 1][ … ][ … ][ … ][ … ]
[Kasse 2][ … ][ … ][ … ][ … ]

3.2 Mitteilung an das Finanzamt (§ 146a Abs. 4 AO)

Ausfüllhinweis: Die Mitteilung betrifft jede Kasse (Aufzeichnungssystem) der Betriebsstätte. Sie erfolgt elektronisch über Mein ELSTER oder die ERiC-Schnittstelle, etwa über die Steuerberatung, innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme.

[Datum der Mitteilung je Kasse, Weg der Mitteilung, Ablageort der Bestätigung]

3.3 Angebundene Geräte und Schnittstellen

[Bondrucker, Kassenschublade, Kartenterminal, Waage, Kundendisplay; Übergabe an Buchhaltung oder Steuerberatung, etwa im DATEV-Format; Warenwirtschaft, Onlineshop]

3.4 Stammdaten und Steuersätze

[Wer Artikel, Preise und Steuersätze anlegt und ändert, und wie Änderungen nachvollziehbar bleiben]

Beispiel zu 3.1 und 3.2: Kasse 1: Android-Tablet mit Kassen-App [Name, Version], Bluetooth-Bondrucker; Seriennummer der Kasse [ … ]; Cloud-TSE von [Anbieter], Seriennummer [ … ]; in Betrieb seit 01.03.2026. Mitteilung über Mein ELSTER am 15.03.2026, Bestätigung im Ordner „Kasse“.

4. Betriebsdokumentation

Ausfüllhinweis: Wie der Betrieb der Kasse gesichert ist – Daten, Aufbewahrung, Datenzugriff bei einer Prüfung, Ausfälle, Zugriffsschutz.

4.1 Datensicherung

[Wo die Kassendaten gespeichert werden, etwa auf dem Gerät oder in der Cloud des Anbieters; wie oft und von wem gesichert wird]

4.2 Aufbewahrung

Ausfüllhinweis: Welche Frist für welche Unterlage gilt, steht im Ratgeber Aufbewahrungsfristen Kasse; im Zweifel fragen Sie Ihre Steuerberatung.

[Was wie lange wo aufbewahrt wird: Einzelaufzeichnungen, Tagesabschlüsse, Exporte, Bedienungsanleitungen, frühere Fassungen dieser Dokumentation]

4.3 Datenexport für Prüfungen

[Wer den Export im Format der DSFinV-K und den Export der TSE-Daten erstellt, wie lange das dauert und wie er übergeben wird]

4.4 Ausfall und Störungen

[Vorgehen bei Ausfall von TSE, Gerät, Drucker, Internet oder Strom; wie Ausfälle mit Beginn, Ende und Ursache festgehalten werden]

4.5 Zugriffsschutz

[Wer Zugang zu Kasse, Einstellungen und Auswertungen hat; Schutz durch PIN oder Passwort]

Beispiel zu 4.3 und 4.4: Den DSFinV-K-Export erstellt die Inhaberin in der Kasse für den verlangten Zeitraum und übergibt ihn auf einem USB-Stick. Fallen TSE oder Gerät aus, wird das mit Datum, Uhrzeit, Dauer und Ursache auf dem Störungsblatt im Ordner „Kasse“ notiert und der Anbieter informiert.

5. Internes Kontrollsystem

Ausfüllhinweis: Die GoBD verlangen Kontrollen, die eingerichtet, ausgeübt und protokolliert werden; ihre Beschreibung gehört in die Verfahrensdokumentation (Rz. 100 und 102). Beschreiben Sie, wer was darf und wer was prüft.

5.1 Benutzer und Berechtigungen

[Ob jede Person mit eigenem Zugang oder eigener PIN kassiert; wer stornieren, rabattieren, die Kassenschublade ohne Verkauf öffnen und Einstellungen ändern darf]

5.2 Kontrollen

[Welche Kontrollen es gibt, wie oft und durch wen, etwa eine zweite Person beim Kassenabschluss, Abgleich der Bankeinzahlungen mit den Tagesabschlüssen, Durchsicht der Stornos und Kassendifferenzen; wie die Kontrolle festgehalten wird]

5.3 Einarbeitung

[Wie neue Mitarbeitende an der Kasse eingewiesen werden und wer das festhält]

Beispiel: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kassiert mit eigener PIN. Stornos nach Abschluss eines Bons bucht nur die Schichtleitung. Die Inhaberin gleicht wöchentlich die Bankeinzahlungen mit den Tagesabschlüssen ab, sieht die Stornoliste durch und zeichnet beides mit Datum ab.

6. Änderungsprotokoll

Ausfüllhinweis: Jede Änderung an Kassen, Software, TSE, Abläufen oder Zuständigkeiten kommt mit Datum hierher. Die Dokumentation wird versioniert, frühere Fassungen bleiben aufbewahrt (Rz. 154), damit für jeden Zeitraum nachvollziehbar bleibt, wie damals gearbeitet wurde.

DatumFassungÄnderungGrundWer
[ … ][ … ][ … ][ … ][ … ]
[ … ][ … ][ … ][ … ][ … ]
[ … ][ … ][ … ][ … ][ … ]
Beispiel: 01.03.2026 · Fassung 1.0 · Erstfassung · Inbetriebnahme Kasse 1 · A. Muster. 10.09.2026 · Fassung 1.1 · Kasse 2 für den Außenverkauf aufgenommen, Mitteilung über Mein ELSTER am 20.09.2026 · Sommerstand vor dem Café · A. Muster.

Anlagen

Ausfüllhinweis: Führen Sie hier auf, worauf die Dokumentation verweist und wo es liegt.

  • Bedienungsanleitung und technische Beschreibung des Kassenherstellers: [Ablageort]
  • Angaben bzw. Zertifikat der TSE: [Ablageort]
  • Bestätigungen der Mitteilungen an das Finanzamt: [Ablageort]
  • Einrichtungsprotokolle, Wartungs- und Störungsnachweise: [Ablageort]
  • Frühere Fassungen dieser Dokumentation: [Ablageort]

Hinweise zur Vorlage

Erläuterungen und ein Beispiel zu jedem Teil stehen im Ratgeber Verfahrensdokumentation Kasse: Vorlage + Ausfüllhilfe. Wer mit BISpicy POS kassiert, lässt die Verfahrensdokumentation der Kassenführung im Kundencenter aus dem Ist-Stand erzeugen und ergänzt mit dieser Vorlage, was die Kasse nicht wissen kann.

Weiterführend: Muster-Verfahrensdokumentation des Fachverbands DFKA (dfka.net).

Stand der Vorlage: 6. November 2026 (Fassung 1.0). Grundlage: GoBD, BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025, Rz. 100 ff. und 151 ff.; § 146a AO. Diese Vorlage ist eine Arbeitshilfe und ersetzt keine Steuerberatung – für Ihre konkrete Situation fragen Sie bitte Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater.