Was geplant ist – und warum der Handel aufschreit
Nach übereinstimmender Berichterstattung vom Wochenende plant das Bundesfinanzministerium, den digitalen Kassenbon ab 2028 zum Standard zu machen: Der Kunde scannt einen QR-Code am Kassendisplay und bekommt den Beleg aufs eigene Smartphone – ausdrücklich ohne händlereigene App. Papier gibt es weiterhin, aber nur auf Nachfrage.
Die Reaktionen fielen scharf aus: Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht einen Bruch des Koalitionsversprechens, die Bonpflicht ganz abzuschaffen – die Belegpflicht bleibe „faktisch bestehen", verbunden mit erheblichen Investitionen in die Kassensysteme. Das Bäckerhandwerk verweist auf kleine Betriebe mit älteren Kassen, für die die Umstellung eine Herausforderung wäre. Und Verbraucherschützer warnen vor den Bon-Apps mancher Ketten, mit denen Unternehmen Nutzungsprofile ihrer Kundschaft erstellen.
Alle drei Einwände haben einen wahren Kern. Aber sie beschreiben Probleme einer bestimmten Systemgeneration – nicht der Anforderung selbst.
„Die Belegpflicht bleibt faktisch bestehen."
Der Faktencheck: drei Einwände, drei Antworten
| Der Einwand | Was dran ist | Die Praxis mit moderner Kasse |
|---|---|---|
| „Erhebliche Investitionen" (HDE) | trifft auf alte, geschlossene Kassensysteme mit teuren Nachrüstpfaden zu | Bei App-Kassen ist der QR-Bon ein Software-Merkmal – bei BISpicy POS heute schon enthalten, ohne Aufpreis; das Kassen-Tablet ist das geforderte Display |
| „Kleine Betriebe überfordert" (Bäckerhandwerk) | ältere Systeme können oft tatsächlich keine digitalen Belege | Gerade kleine Betriebe steigen am günstigsten um: vorhandenes Android-Gerät + kostenlose Kassen-App + Cloud-TSE ab 20 €/Monat – damit ist auch die geplante Registrierkassenpflicht gleich miterledigt. Und einrichten muss die neue Kasse niemand selbst: Sie stellen Ihre Daten bereit (Produktliste, Steuersätze, Eckdaten), der kostenlose Einrichtungsservice legt alles in der Kasse an – mit Betreuung auch nach dem Start |
| „Datenschutzproblem" (Verbraucherzentrale) | gilt für händlereigene Bon-Apps mit Kundenkonto und Nutzungsprofilen | Der Entwurf will genau das Gegenteil – QR ohne App. So arbeitet der digitale Bon von BISpicy: zufälliger Beleg-Link ohne Personenbezug, kein Konto, keine Profile |
So sieht die geforderte Lösung heute schon aus
Was der Entwurf als praktikabelste Lösung beschreibt, ist bei BISpicy POS seit Langem Standardfunktion: Am Ende des Verkaufs zeigt die Kasse einen QR-Code – der Kunde scannt und sieht den Beleg sofort im Browser, ohne App und ohne Anmeldung, mit allen KassenSichV-Pflichtangaben inklusive TSE-Signatur, auf Wunsch als PDF oder DIN-A4-Rechnung. Wer es noch bequemer mag, übernimmt den Beleg per NFC direkt in Google Wallet – die Unterstützung für Apple Wallet ist in Vorbereitung. In beiden Fällen gilt: keine eigene App, kein Kundenkonto, keine Nutzungsprofile.
Die Kostenfrage, ehrlich gerechnet
Für Betriebe mit moderner Kasse kostet die neue Bon-Regel nichts – der digitale Bon ist Softwarebestandteil, und jede eingesparte Bonrolle senkt die laufenden Kosten. Zusammen mit der 30-€-Lockerung der Bonpflicht rechnet der Gesetzgeber selbst mit einer jährlichen Entlastung von knapp 89 Millionen Euro für die Wirtschaft. Teuer wird es nur dort, wo Altsysteme nachgerüstet werden müssten – und dort ist der Umstieg auf eine App-Kasse meist günstiger als die Nachrüstung.
Die Rechnung in echten Zahlen
Damit es nicht bei „kostet nichts" bleibt, hier die Aufstellung mit marktüblichen Preisen – einmal die Anschaffung, einmal die laufende Ersparnis:
| Anschaffung (einmalig) | ca. Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Android-Tablet als Kasse | ab ca. 110 € | 0 €, wenn schon ein Tablet oder Smartphone vorhanden ist – das Display für den QR-Code ist damit automatisch da |
| Kundendisplay (optional) | ca. 50–60 € | zeigt dem Kunden Warenkorb und QR-Code; die Variante mit NFC-Chip für die Wallet-Übergabe liegt etwas darüber |
| Bondrucker | entfällt komplett, wenn Sie voll auf den digitalen Bon setzen – der gesparte Drucker finanziert das Kundendisplay praktisch mit |
Und auf der Ersparnis-Seite läppert sich das Bonrollen-Thema schneller, als viele denken: Eine Thermorolle (80 mm × 80 m) kostet im Vorratspack rund 1,50–1,70 € – und weil TSE-Bons mit allen Pflichtangaben und QR-Code gut 25 Zentimeter lang sind, passen nur etwa 300 Bons auf eine Rolle:
| Betrieb (Modellrechnung) | Bons/Tag | Rollen/Monat* | Ersparnis/Monat | Ersparnis/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Kleiner Laden | 100 | ca. 9 | ca. 14 € | ca. 165 € |
| Café / Imbiss | 250 | ca. 22 | ca. 35 € | ca. 415 € |
| Bäckerei / hohe Frequenz | 500 | ca. 43 | ca. 69 € | ca. 830 € |
*Modellrechnung: 26 Öffnungstage, ~300 Bons je Rolle, 1,60 € je Rolle (marktüblicher Vorratspack-Preis, Stand August 2026). Dazu kommen beim Drucker Verschleiß, Ersatzgerät und das leidige „Rolle leer mitten im Ansturm" – beim digitalen Bon schlicht: nichts. Selbst wer nur die Hälfte der Kundschaft auf den QR-Code umgewöhnt, halbiert die Rollenkosten.
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Häufige Fragen
2028 kann kommen – Ihre Kasse kann es schon heute
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Quellen & weiterführende Informationen
- Frankfurter Rundschau (16.08.2026): Merz-Regierung plant neue Bon-Regel – Handel schimpft (auf Basis RND)
- Digitaler Bon per QR-Code bei BISpicy POS – Funktionsübersicht
- Registrierkassenpflicht 2028 – laufend aktualisierter Stand auf bispos.app
- Whitepaper: Der digitale Kassenbon ab 2028 – kostengünstig umsetzen (PDF)
Stand: 17. August 2026. Die Angaben zum Referentenentwurf geben die zitierte Presseberichterstattung wieder; ein beschlossenes Gesetz liegt noch nicht vor. Alle Preisangaben zzgl. MwSt. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.